Stella Volksschule Graz – christliche Privatschule mit Wertefundament
Seit September 2025 gibt es die Stella Bildung auch in Graz. Immer mehr Familien in der Steiermark wünschen sich eine katholische Privatschule, die akademische Qualität mit Charakterbildung verbindet.
Der folgende Artikel aus „Die Tagespost“ beschreibt die Entstehung und das pädagogische Konzept der Stella Schulen in Österreich.

Schule als Lebensschule
Von Wien bis Salzburg: Die Stella International Schools setzen auf christliche Werte, individuelle Förderung sowie kontinuierliche Persönlichkeitsentwicklung der Schüler. VON ALICE PITZINGER-RYBA
Viele Eltern sind mit dem traditionellen Schulsystem unzufrieden: Überfüllte Klassen, veraltete Lehrpläne, unzureichend ausgebildete Lehrkräfte und Sprachprobleme machen ihnen Sorgen. Vor diesem Hintergrund suchen immer mehr Familien in Österreich nach Alternativen – Die Nachfrage bei Ordens- und katholischen Privatschulen steigt spürbar.
Eine Alternative zu herkömmlichen Schulen bietet die Stella International School. Begonnen hat alles 2010 in Wien. Damals waren einige Eltern verzweifelt auf der Suche nach einem Kindergarten, der christliche Werte vermittelt – mit dem Ziel, in der Folge auch eine Schule aufzubauen. Schnell waren sich alle Beteiligten über den Namen einig: Stella, lateinisch für „Stern“, soll symbolisieren, dass die Schüler sich zu strahlenden Persönlichkeiten entwickeln dürfen und bereit sind, Verantwortung in der Gesellschaft zu übernehmen.
2013 war es dann offiziell und der Verein Stella International School wurde gegründet. Wie die Vorsitzende und Gründerin Heidi Burkhart erzählt, habe sie dann „einer Pfadfinderin“ gleich begonnen, mit Stakeholdern zu verhandeln, einen Businessplan zu erstellen und mögliche Standorte für das Projekt Schule und Kindergarten auszuloten. Ziel war es, eine öffentliche konfessionelle Schule nach den Bestimmungen des Konkordates und in enger Zusammenarbeit mit dem Diözesanen Schulamt einzurichten.
Von Anfang an habe Burkhart die volle Unterstützung der Erzdiözese Wien erfahren, zumal es das erste Mal war, dass ein ziviler Träger eine katholische Schule gründen wollte. In der SUP Bauträger Gruppe fand Burkhart einen Partner, der das Gebäude auf eigene Kosten baute und Stella als Mieter akzeptierte. In der Donaucity neben dem DC-Tower und der UNO City im 22. Gemeindebezirk wurde ein geräumiges Schulgebäude mit angeschlossenem Kindergarten errichtet. 2018 wurde dann der Kindergarten in einem Ausweichgebäude gestartet und eine erste Volksschulklasse mit 15 Kindern eingerichtet. Die Klassen werden gemischt geführt.
Die Freude war groß, als im September 2024 endlich in das neue Gebäude übergesiedelt werden konnte. In der neuen Schule werden nun acht Volksschulklassen geführt, vier Kindergartengruppen – eine fünfte wird gerade gebaut. Im Gymnasium werden im Schuljahr 2026/27 die ersten Schüler ihr Abitur machen. Das Gymnasium wird zu 80 Prozent mit den Volksschulkindern von Stella gefüllt. Ebenso die Volksschule mit Kindern aus dem Stella Kindergarten. Somit haben Eltern die Gewissheit, dass ihre Kinder eine kontinuierliche auf christlichen Werten basierende Schulausbildung bekommen, so Burkhart.
Öffentliche Schulen sind in Österreich kostenfrei inklusive der Mittelschule und des Gymnasiums. Anders stellt es sich bei Privatschulen mit Öffentlichkeitsrecht dar. Lehrer werden von der jeweiligen Bildungsdirektion des Bundeslandes finanziert. Für Infrastrukturkosten muss der Träger selbst aufkommen. Dafür müssen Eltern Schulgeld bezahlen, der Rest wird von Sponsoren und Donatoren aufgebracht. Siebenhundert Kinder müssen den Kindergarten, die Volksschule und das Gymnasium besuchen, dann sind die Kosten gedeckt, rechnet die studierte Pädagogin vor.
Gute Gewohnheiten und Weltoffenheit
Was macht Stella nun so besonders? Schon im Kindergarten wird auf die Vermittlung positiver Haltungen großer Wert gelegt. „Gute Gewohnheiten“ werden den Kleinsten auf spielerische Weise vermittelt. So steht zum Beispiel jeden Monat eine andere gute Gewohnheit auf dem Programm, die im Alltag, im Kindergarten, aber auch zu Hause umgesetzt werden soll. So lernt die kleine Marie, die seit drei Jahren den Kindergarten besucht, dass immer alle Spielsachen aufgeräumt werden müssen, mit denen gespielt wurde, oder dass Respekt vor den Grenzen anderer Kinder wichtig im zwischenmenschlichen Umgang ist.
Burkhart betont, dass die gesamte Pädagogik von christlichen Werten getragen ist, aber der Kindergarten und die Schulen allen Konfessionen offenstehen. „Wir versuchen, einen gelebten katholischen Glauben zu vermitteln, weil dieser ein bedeutender Teil einer ausgewogenen Persönlichkeitsentwicklung ist.“ Dazu gehörten „natürlich auch gemeinsames Beten und das Begehen religiöser Feste, aber immer altersgerecht“, betont die Vorsitzende. Teil des Konzeptes ist auch eine einheitliche Schuluniform. Im Kindergarten sind es T-Shirts mit dem Stella Logo, in der Volksschule und im Gymnasium blaue Röcke und Hosen sowie ein weißes Poloshirt mit Logo. Die Volksschüler tragen rote Westen dazu, die Gymnasiasten grüne.
In der Stella Volksschule wird mit einem teilweise bilingualen Unterricht in englischer Sprache auf das Gymnasium und dessen akademischen Anspruch vorbereitet, aber nicht ohne die Herzensbildung und die Charakterbildung außer Acht zu lassen, so Burkhart. In regelmäßigen Elterngesprächen wird genau auf die Entwicklung jedes einzelnen Kindes eingegangen. Die Eltern von Paul hatten zum Beispiel bereits acht Wochen nach Schuleintritt ein langes persönliches Gespräch, in dem seine Stärken und Schwächen besprochen wurden. Es wird erwartet, dass Eltern in enger Zusammenarbeit mit den Lehrern den Weg durch die Schulzeit ihrer Kinder begleiten.
Im Gymnasium wird bei Stella größter Wert auf Persönlichkeitsbildung gelegt. Burkhart bekennt sich zu einem gewissen Leaderdenken: Kinder sollen den „Leader in sich“ entdecken. Sie sollen selbstverantwortlich entscheiden, einen Beitrag für die Gesellschaft leisten zu wollen. Johannes Schwarz, Vater von acht Kindern und seit einem Jahr Obmann des Elternvereins des Gymnasiums, entwickelt konsequent ein Mentoring Programm: „Ich habe hier viele positive Erfahrungen gemacht. Eltern melden sich freiwillig zur Mitarbeit und so konnte zusammen mit rund zehn Lehrern ein Mentoring Programm aufgestellt werden, durch das Erwachsene eine Art Patenschaft für ein Schulkind übernehmen.“ Alle zwei Wochen treffen sich die Mentoren mit ihren „Patenkindern“ und helfen ihnen bei alltäglichen Problemen, wie Unstimmigkeiten mit Schulkollegen. Es werden Gewohnheiten reflektiert und Verbesserungsvorschläge gemeinsam erarbeitet.
Persönlich wachsen – auch als Eltern
„Ziel ist es, an sich zu arbeiten und besser in allen Lebensbereichen, nicht nur in den einzelnen Schulfächern, zu werden“, erklärt Schwarz. In der siebten Klasse seiner Tochter Laetitia funktioniere das hervorragend, was auch zum Klassenerfolg insgesamt beitrage. Die erste Schulsprecherin des Gymnasiums, die siebzehnjährige Zita Kugler, empfindet es als positiv, dass die Schülervertreter von der Direktion und dem Elternverein auf Augenhöhe gesehen und ernst genommen werden. Nachdem ihre Klasse im kommenden Schuljahr als erster Jahrgang Abitur machen wird, seien noch viele Fragen offen, die gemeinsam gelöst werden, so Kugler. „Es werden in der Schule auch andere Fähigkeiten stark gefördert – es wird nicht nur auf die Inhalte der einzelnen Schulfächer Wert gelegt. So musste zum Beispiel eine Klasse ein Schulfest eigenverantwortlich organisieren.“ Wie Zita Kugler betonte, sei sie stolz, eine Schule besuchen zu dürfen, die aus jedem Schüler versuche, das Beste herauszuholen.
Nicht nur die wert- und prinzipienorientierte Erziehung der Kinder liegt den Stella Schulen am Herzen, sondern auch die Persönlichkeitsentwicklung der Eltern. Das „Stella Parents Leadership Seminar“ bietet Eltern Online Workshops, in denen sie ihre eigene Persönlichkeit weiterentwickeln können. Das Seminar, das in sieben Blöcken abgehalten wird, soll Eltern helfen, die eigenen Ziele in der Familie, im Beruf und in allem, was ihnen am Herzen liegt, zu erreichen. In den Seminaren geht es zunächst darum, proaktiv eine persönliche Vision zu formulieren. Persönliches Management und zwischenmenschliche Führung sowie einfühlende Kommunikation stehen ebenso auf dem Programm wie das Ziel einer ausgewogenen Selbsterneuerung. Das Seminar wird von Heidi Burkhart geleitet, auf Basis von Stephen Coveys „The 7 Habits of Highly Effective People“. Dieses Angebot stellt ein Alleinstellungsmerkmal der Stella Schulen in Österreich dar.
Das Beispiel der Stella Schulen in Wien ist auch auf fruchtbaren Boden in anderen österreichischen Bundesländern gefallen, erzählt die Gründerin von Stella. 2021 wurden in Seebenstein in der Buckligen Welt in Niederösterreich ein Kindergarten, eine Volksschule und eine Mittelschule eröffnet. 2023 folgte Salzburg mit einem Kindergarten und einer Volksschule in Maxglan, geplant ist eine Mittelschule. In Graz wurde im September 2025 eine einklassige Volksschule eröffnet. Zusammenfassend beschreibt Burkhart den immer gleichen Weg für eine Gründung. Erst gebe es eine aktive Elterninitiative, dann müsse mit der Bildungsdirektion des jeweiligen Bundeslandes und dem diözesanen Schulamt eine Einigung erzielt werden, schließlich muss die Finanzierung angegangen und geeignetes Lehrpersonal gefunden werden. Bei so einem Projekt wachsen die Menschen über sich selbst hinaus, ist Burkhart überzeugt. „Wenn ein Projekt gut durchdacht und schlüssig ist, dann gibt es auch Sponsoren.“ Und zum Schluss gibt Heidi Burkhart noch auf den Weg: „Nicht Jammern über den Niedergang der Gesellschaft, sondern Menschen begeistern für die Idee einer werteorientierten Schule!“
Dies ist der zweite Teil einer Serie über katholische Privat- und Ordensschulen in Österreich.
Die Autorin hat in Wien Publizistik studiert und betreibt die österreichweite Plattform kinderbetreuung.at. Sie ist Mutter von fünf Kindern.
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